Manchmal merke ich einen Teil in mir, der schon oft beurteilt wurde. Natürlich von mir selbst, gespiegelt auf so viele Arten im Aussen. Frei will dieser Teil werden, das merke ich gerade, so sehr wie nie zuvor und es fordert sich in mir auf, dies zu teilen, diese Befreiung – die dann meine sein wird – zu zeigen.

Was gibt es schöneres und mystischeres als jemanden zu sehen, der ganz frei vor einem steht. Mit klarem, offenem Blick. Es befreit doch gleich jeden mit, der sich traut, das zu sehen. Also JA, so teile ich den Teil, der auf mich, wie ein scheues Reh wirkt, zierlich, versteckt, schnell muss man sein, ruhig, still um es zu sehen. Auch feinfüllig, liebevoll damit einem das Antlitz nicht verloren geht. Wenn ein Ast knackt, rennt es davon.

Wieso rennst du weg, es passiert doch gar nichts? Wieso versteckst du dich, es war doch nur ein Ast? Bitte zeig dich mir noch einen kleinen Moment. Du bist wunderschön. Du bist sanft. Allein deine Anwesenheit strahlt alles aus, was mich berühren muss und kann. So schaut dieses Reh umher, manchmal auf der Suche nach Feinden, aber eigentlich nach einem stillen Ort, wo nichts bedroht ist.

Dieses Reh berührt, es ist Glück, es zu sehen, es frei zu sehen. Wenn es dann noch einen Anschaut. Einen Blick, der einen Moment länger dauert, gebannt, voller Kommunikation und Offenheit. WOW. Stell dir vor, es hätte nichts zu fürchten und dürfte einfach sein. Keine Beurteilung. Einfach sehen, einfach sein. Wie könnte das etwas anderes SEIN als Liebe?

Diese Zeilen sind eine Metapher keine Frage und doch kennt wohl jeder diesen Teil, irgendwo in sich versteckt und nur gezeigt, wenn alles sicher ist. Es berührt mich gerade diese Gedanken zu denken und zu merken, dass dieser Teil für jeden sich anders anfühlt. Vielleicht in andere Erfahrungen gebettet. Mit anderen Hoffnungen bestückt. Von dem einen anders benannt als von dem anderen. Von unterschiedlichen Hindernissen und Dingen verschleiert. ABER er ist nie verloren, weil es ihn immer gibt. Und JEDER wird ihn kennen, dort wo wir ganz ehrlich und offen sind, ganz berührt, scheinbar verletzlich, doch eigentlich total unverletzlich. Komm raus scheues Reh, komm, ich zeig dir was Neues! Jetzt rauszuommen, wäre der Wahnsinn oder ein riesen Glück. Wähle noch einmal, wähle was du erfahren willst und werde still, klingt es in mir und ich merke, ich habe meine Wahl getroffen, und du?