Warum vergebe ich? Weil ich FREI sein will!!!

Ich sprach einmal mit einem Mann. Er erzählte mir von seiner Tochter und dass sie nicht mehr miteinander sprechen würden. Ich spürte seinen Schmerz, seine Verzweiflung. Er sah keinen Weg aus dem Dilemma, was er glaubte und was er gesehen hatte, hielt er für richtig. „Sie ist so stur“, sagte er. Sie wollte nicht einsehen, was er ihr vorwarf. Er hatte diese Geschichte und hielt sie für unveränderlich. Ich hörte ihm zu, bis er fertig war. Dann fragte ich, würdest du nicht gern wieder mit deiner Tochter sprechen. Ja, sagte er, traurig. Aber dann tu es doch, die Vergangenheit ist doch lange her und vorbei und ihr könntet es doch jetzt schön haben. Er war kurz still und sagte dann etwas ärgerlich „aber wie denn?“. „Wie wäre es denn mit Vergebung?“ fragte ich. Wir waren einen Moment still. Ich weiss, dass es manchmal schwierig scheint, sagte ich, aber vielleicht gelingt es dir ja. Danach wechselten wir das Thema. Eine Woche später rief er mich an. Ich habe wieder mit meiner Tochter gesprochen, sagte er. Ich habe ihr vergeben. Und in meinem Herzen jubelte es vor Freude. Ich spürte, dass da nun Freiheit eingekehrt war, wo vorher keine schien und die Liebe reizvoller war, als die alte Geschichte von Schmerz.

Das inspirierte mich sehr, weiter zu gehen mit der Vergebung, weil es so leicht gehen kann, eine alte Verletzung loszulassen. Ich bin diesem Mann bis heute sehr dankbar, weil ich lernte, dass ich etwas mit ihm teilen kann, Vergebung und Liebe. Und in diesem Teilen steckt echte Freude.

Diese und andere Geschichten, waren für mich der Einstieg in die Vergebung, die ich heute immer noch lerne. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch: wir vergeben die schlimmen Geschichten, um irgendwie weitermachen zu können und dabei aber nicht wirklich die alte Geschichte loslassen können. Wenn das nicht geschieht, wird sich das Thema immer wieder zeigen, vielleicht in unterschiedlichen Formen. Heute habe ich mehr Erfahrungen mit der Vergebung gemacht und erkenne, dass alles dazu dient vergeben zu werden, wenn ich merke, wie es mich fesselt und den inneren Frieden stört. Durch die Vergebung kann ich loslassen, immer schneller und mit dem anderen etwas teilen, was viel schöner ist.

Fortsetzung folgt…