… Und was ich sehen konnte, als die Wolken sich als Wolken enttarnten und nicht als Wirklichkeit, waren eine ganze Menge Fehler und letztlich nur ein einziger: Es gibt keine wirkliche Verletzung. Mein Glaube an Verletzung ist die einzige Verletzung, die mir je zugefügt wurde, die meine Taten antreibt und ich mich dadurch lehren will, dass es Verletzung wirklich gibt.
Ich dachte, ich wäre verletzt worden, dabei habe ich mich selber verletzt und Schuld wollte ich dadurch wirklich machen, von der ich meinte, es gäbe sie tatsächlich. Ich wollte Kompromisse schließen.

Aber jetzt will ich nicht mehr an das Konstrukt der Schuld/Unschuld glauben, die die Welt konstruiert und damit an Angst und Bedrohung festhält. Wenn ich Regeln der Welt befolge, bin ich unschuldig, wenn ich sie nicht befolge, schuldig. Dieser Glaube hat sich mir jetzt auf so unterschiedliche Art und Weise präsentiert. Mal wurde ich verletzt und habe Ungnade gelebt, mal hat ein „anderer“ mich schuldig gesprochen. Dann sah ich wie andere sich gegenseitig schuldig sprachen und ich entscheiden konnte, richten konnte, wer Recht hat, was richtig ist und was ich NIEMALS tun würde, um mich als mich mit meinen besonderen, individuellen Werten wirklich zu machen, so wie es mir am besten passt.

Und dann? Verdammte ich mich Selbst, weil nur meine Verurteilung mich verdammte. Ich will das nicht mehr. Und was taucht auf? Eine Blockade, mit der ich mich lehren wollte, dass das oben erwähnte Ego-Konstrukt ok ist und es immer noch gerechtfertigt ist – auch wenn nur „vorübergehend“ irgendjemand oder ich verdammt bin.
Ich will das nicht mehr, ich entscheide mich dagegen. Warum? Weil ich meine Vollkommenheit und die meines Bruders völlig verpasse. Wenn ich verstrickt bin in die Rollen und Bilder der Welt, meine Konstrukte und die Idee von richtig und falsch, ist die Erlösung verzögert. Das muss nicht sein!

Also neue Wahl, neuer Tag und ich akzeptiere, dass ich im Unterschied lerne. Gestern habe ich an Verletzung und Verdamnis geglaubt, damit ich heute neu entscheiden kann. Ich war niemals verletzt, alles was ich nicht annehmen konnte war SEINE Liebe, weil ich mit meinen Spielchen und Bedeutungen von Liebe sehr beschäftigt war. Das hört immer mehr auf und alte Verletzungen tauchen immer mal auf, weil ich an diesen Plätzen noch nicht entschieden hatte, dass dieses „Verletzung lernen“ falsch war und ist. Falsch im Sinne von, nicht die Wahrheit. Naja und diese Ideen konnten noch rumspucken, denn hier hatte ich etwas geglaubt, was mich einfach nur fern hält von meinem mich liebendem Vater.
Was heilt da also? Meine Beziehung zu Gott, zu mir SELBST, und natürlich geht es über und mit meinem Bruder – wie ein EIN KURS IN WUNDERN meine Weggefährte nennt. Ich vergebe uns, dass wir an Fehler glaubten, dass wir „Sünden“ aus Ihnen machen wollten, unverzeihliche, unwiderrufliche „Sünden“.
Meine Hilflosigkeit gegenüber unverzeihlicher Ideen, wandelt sich. Heilt. Es gibt nichts, was nicht vergeben werden kann, ich entscheide nur wann. Letztendlich muss und werde ich vergeben und da kann der Ego-Gedanke nichts dran ändern. Ich vergebe mir, weil Gott und ich nicht getrennt sind und ich die SÜHNE annehme und verantworte. Nicht meine selbstgebastelte Unschuld, sondern die Unschuld, in der ich geschaffen wurden und für die ich lebe.

DU hast mich nicht verletzt, ich habe mich nicht verletzt, du hast mir nur gezeigt, dass ich das, was ich dachte zu sein, nicht bin.

„Mein unschuldiges Gesicht“, von dem Ein Kurs in Wundern in Kapitel 31 spricht, hat einen Riss bekommen. Schon wieder und nicht das erste Mal. Gott sei Dank. Ich will es nicht überdecken oder überspielen. Denn ER möchte uns mehr zeigen und ich will das sehen und Zeuge sein, wessen Schöpfung und Kind, ich und du sind. Und ich will und muss Erfahrungen in der Zeit damit machen, damit ich mich erinnere.
SEIN und mein Heiliger, geheilter, geeinter Geist möchte uns zeigen, dass wir die noch weltgerechteste Anschauung niemals sein werden und aufrechterhalten können. Irgendwann wird sie fallen und sich auflösen, weil ich SELBST es letztendlich so will, denn ich will ja mit IHM sein, denn es könnte auch nie anders sein.
Stille meinem Geist, lass alle meine Gedanken Stille sein, damit ich zu dir kommen kann, Vater, und du zu mir.