In Zeiten der Unruhe im Außen, im Innern, in den Familien, in der Welt, wo auch immer ich es wahrzunehmen scheine, schenkt Gott mir Zuversicht.

Ich frage mich, wie kann das sein, dass ich zuversichtlich bin, wenn es in der Situation überhaupt nicht danach aussieht. Viele scheinbare Schwierigkeiten oder Herausforderungen. Wie kann ich dann zuversichtlich sein? Ich will erzählen von einem Moment, in dem ich die Bedeutung von Zuversicht oder Gewissheit erkannte.

Ich stand vor der Entscheidung zu meinem Partner in die Schweiz zu ziehen. Und natürlich mit vielen Gedanken, wie es sein könnte – kurz gesagt gut und schlecht. In einem Gespräch mit meinem Partner, merkte ich, wie Licht sich plötzlich ausbreitete, und es sich nach Zuversicht anfühlte. Ich verstand es erst nicht und war erstaunt. Weil sich in dem Moment nichts änderte an der Situation. Diese Zuversicht fühlte sich so losgelöst von der Situation an und stand meinen rationellen Gedanken auf eine Art gegenüber und schien sie gleichzeitig zu umschliessen. Das abwägen von positiv und negativ, von erfolgreich zu scheitern, von Angst zu Liebe löste sich auf, bzw. in diesem Moment der Ausdehnung von Zuversicht, hatte ich die Möglichkeit sie wieder zu ersticken in ängstlichen, begrenzenden Gedanken oder sie einfach weiter in meinem Geist oder Herz fliessen zu lassen. Mir wurde die Kraft und die Macht meiner Entscheidung für diesen Fluss von Zuversicht plötzlich bewusst. Ich entschied sie einfach mal fliessen zu lassen und innerlich „die Klappe zuhalten“, zurückzutreten, mich mit meinen Gedanken nicht einzumischen.

Die Zuversicht machte sich einfach so breit und ich lies es zu, weil ich bemerkte, dass diese Zuversicht nicht an mich und meinen Ideen von einem guten Ausgang gekoppelt war, sondern einfach so da war.

Das ist von Gott, hörte ich in mir. Also das was unveränderlich ist. Diese Zuversicht kann ich schnell durch das Laute Geschrei und Protestieren vom Ego ersetzen – scheinbar. Aber diesmal nicht. Ich erkannte auch, dass ich diese Zuversicht erstmal „aushalten“ muss… Es klingt komisch, aber es ist tatsächlich erstmal ungewohnt, wenn ich mich daran gewöhnt habe, rationelle Gedanken als oberstes Gut anzuerkennen und meine Wahrnehmung nach scheitern ausgerichtet ist.

Ich hatte nun diese Entscheidungen zu treffen. Gehe ich oder nicht? Ich wartete. Ich fragte, Gott was soll ich tun? Was ist dein Wille? Und in dem Moment schenkte er mir Zuversicht. Und es jubbelte in mir und fühlte sich so gut. JAAAA.

Ich lernte etwas über Zuversicht. Nämlich als erstes Mal diese als Ziel und nicht als Mittel zu sehen. Zuversicht oder Gewissheit ist eine Gabe, ist eng verbrüdert mit Vertrauen, mit Frieden. Ebenfalls Gaben. Geschenke, so kostbar. So oft denken wir, es geht um den Ausgang einer Situation, um das ein Resultat unseres Handeln. Nein, das ist ein Irrtum. Es geht um diese Gaben, die Gaben Gottes, wie sie im Kurs beschrieben werden. Sie sind das Ziel, werden jedoch so oft als Mittel verstanden.

Dabei ist die Gabe die lebendige göttliche Erfahrung. Wenn du vertraust und gewiss bist, wie fühlt es sich an? Versuche es dir mal vorzustellen. Losgelöst von der Situation in der du gerade steckst oder wo du dich nach Zuversicht und Gewissheit sehnst.

Für mich, ist es ein so kostbares Geschenk geworden, dass ich es zulassen kann zuversichtlich zu sein, obwohl die Welt anders aussieht und mir diese Gewissheit eben nicht geben kann. Du fragst dich sicher auch ab und zu „Scheisse, wie soll ich da gewiss sein, wie soll ich vertrauen?“

Aber es ist mal wieder genau umgedreht. Mein Denken zeigt sich mal wieder verkehrt herum zu dem „rechtgesinnten“, vernünftigem Denken des Kurses.

Was mir auffällt: wenn es mir „gut“ geht, brauche ich meist keine Zuversicht und wenn es mir schlecht geht oder ich auch nur unruhig bin, dann hinterfrage ich die Zuversicht. Welchen Grund habe ich dazu, wozu es wichtig usw. So oder so beraube ich mich dieser Gabe, die wie bereits erwähnt, als etwas lebendiges, aufbauendes zu mir fliesen möchte. „Du bittest, um zu wenig“, wenn du nicht um die Gaben Gottes bittest, bzw. sie einfach zu dir kommen lässt, wenn sie anklopfen.

Also probieren wir doch mal was anderes. Erforschen wir: „Ich bin zuversichtlich“. Und wir könnten immer mehr bemerken, dass es ein Ziel ist.

Ich binde meine Zuversicht nicht an etwas, was „gelingen“ soll – was auch immer das nach meiner Vorstellung heißt – weil die Zuversicht dann abhängig ist von der Vergänglichkeit, die wir überall wahrnehmen können in dieser Welt und ich werde einfach damit scheitern und in Enttäuschung landen. Mich nicht mehr trauen, zuversichtlich und im Vertrauen zu sein. Jedoch im Zustand oder Gewahrsein von Gewissheit, Vertrauen, Frieden geht es mir doch einfach nur gut, wenn ich ehrlich bin, wozu brauche ich da Zweifel? Haha, und so wendet sich mein Denken und meine Wahrnehmung. So ist es möglich einen Sturm von Gedanken in meinem Geist zu erleben, ohne den Frieden aus den Augen zu verlieren. Zuversichtlich zu sein. Ich könnte „alles“ Materielle in der Welt verlieren, ich könnte meinen Körper verlieren oder einen anderen Körper, eine wichtige Person in meinem Leben oder was auch immer sich bedrohlich anfühlt… UND ich bin dabei zuversichtlich, gewiss und glücklich.